15 Jahre Chez Kim-Joëlle

WHOOOOP, WHOOOOP

Mein Blog wird heute 15 Jahre alt. Ich hätte 2011 nicht gedacht, dass ich das 15 Jahre mache, den Blog (fast) wöchentlich mit Rezepten, Empfehlungen oder Reisetipps fülle. Ich will gar nicht wissen, wie viele Wörter ich hier schon geschrieben habe – vermutlich könnte man Bücher damit füllen. Dieses Jahr habe ich mir wieder etwas Besonderes überlegt: Wie jedes Jahr wird es ein paar Gastbeiträge geben. Wir gehen zusammen campen im Münsterland, machen eine Radtour und lernen, wie man Wein so richtig probiert. Ich möchte zusätzlich ein paar neue Rezepte mit euch teilen, die einfach super in den September passen. Darüberhinaus habe ich mir für diesen Beitrag 10 Fragen überlegt, die ich euch beantworten möchte. Zusätzlich gibt es bei Instagram ein paar Gewinnspiele, mit Produkten, die ich gerne gegessen, getrunken oder benutzt habe.  Also, legen wir los, mit einem Monat Blog-Geburtstag!

Warum habe ich vor 15 Jahren überhaupt mit dem Bloggen angefangen?

Ich saß vor 15 Jahren abends in meiner WG in Rostock. Die Idee zum Blog war schon früher da und ich war da gar nicht mal die treibende Kraft, sondern meine Tante, die zu der Zeit in Paris lebte. Sie erzählte, dass in Frankreich Blogs gerade total im Kommen sind, die aber in Deutschland noch gar nicht so die große Rolle spielen. Ich fand die Idee, die hinter einem Blog steht, total interessant und es war schnell klar, dass es ein Foodblog werden wird. Meine größte Leidenschaft zum Hobby machen, klang einfach sehr verlockend. Das es dieses Datum, der 11. September geworden ist, ist auch kein Zufall: Das ist der Geburtstag meiner Oma Helga, die ein Jahr zuvor verstorben ist. Ich fand die Idee schön, diesen Blog mit meinen Lieblingsmenschen zu verbinden.

Wie sah mein erster Blogbeitrag aus – und würde ich ihn heute noch genauso schreiben?

Der erste Beitrag war das Hünchen-Curry mit Reis und Gemüse – und natürlich würde ich einiges anders machen. Ich habe damals zwar schon Rezepte gebloggt aber viele sind ohne Angaben der Mengen. Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, was meine Intention dabei damals war. Und natürlich habe ich das irgendwann geändert. Seid dem gibt es natürlich Mengenangaben, sonst ist es auch schwer mit Kochen, oder?

Was hat sich in 15 Jahren am stärksten verändert – bei mir, meinem Blog oder in der Bloggerwelt?

Vor 15 Jahren gab es zwar schon einige Blogs in Deutschland aber nicht annähernd so viele wie jetzt. Ich glaube, dass Blogs heute nicht mehr die Bedeutung haben wie früher. Viele Inhalte lassen sich schneller über Instagram oder TikTok abrufen: Ein Bild, ein kurzes Video, ein paar Zeilen und man hat das Wichtigste erfasst. Ich denke, dass sich heutzutage deutlich weniger Menschen die Zeit nehmen, noch Blogs zu lesen. Was sich bezüglich meines Blogs verändert hat, ist auf jeden Fall die Zeit. In den Bloganfängen und in den ersten Jahren war mein Anspruch zwei Beiträge pro Woche zu veröffentlichen, jetzt bin ich froh, wenn ich einen pro Woche schaffe und ich regelmäßig etwas veröffentliche. Früher gab es nur Rezepte auf Chez Kim-Joëlle und auch das hat sich verändert. Mittlerweile schreibe ich fast so gerne Reiseblogs wie ich Gerichte koche und veröffentliche. Etwas das in letzter Zeit zu kurz gekommen ist, sind die Ausgeh-Empfehlungen, ich könnte viel mehr schreiben, habe aber keine Zeit dafür. Eine Sache mag ich noch ansprechen: Wenn ich mal Zeit habe und auf Blogsuche bin, dann ist der größte Störfaktor für mich, die Werbung. Ich mag es gar nicht, etwas zu lesen und ständig ploppt Werbung auf. Ich kann verstehen, dass es Menschen gibt, die mit social Media oder ihren Blogs Geld verdienen wollen oder müssen, aber ich schaue schon kein free-TV wegen der Werbung und habe dann noch weniger Lust darauf, wenn es mir in social media oder auf Blogs begegnet.

Welcher Beitrag bedeutet mir bis heute am meisten – und warum?

Ich denke, dass es die Rezepte sind, die ich meinen Großeltern gewidmet habe. Es gibt den Gurkensalat und das Rezept zur Schmorgurke nach Oma Helgas Art, einen Cocktails den ich meiner Oma Inge und meinem Opa Wolfgang gewidmet habe. Oder das Rezept zur Maibowle, denn zu Lebzeiten meines Opa Wolfgangs sagte er einmal zu mir, dass ich jedes Jahr eine Maibowle auf ihn trinken soll. Nur aus diesem Grund habe ich in meinem Obst- Und Gemüsegarten Waldmeister angebaut, damit ich immer genug habe. Das ist mittlerweile fester Bestandteil meines Lebens, egal wo ich bin, ich trinke eine Maibowle auf ihn.

Welche schönen Erfahrung habe ich durch den Blog gemacht?

Vor allem, dass Essen Genuss ist. Essen ist wie eine eigene Sprache, nicht jeder spricht sie perfekt, aber jeder verbindet etwas damit. Ich suche mir die Urlaubsorte mittlerweile nicht mehr nur nach den Sehenswürdigkeiten aus, sondern mehr nach den kulinarischen Möglichkeiten. Dabei bleibt Italien mein Lieblingsreiseland, aber mittlerweile war ich auch in Marokko, Kroatien und Schweden. Einer der schönsten Dinge sind die Gastbeiträge, ich finde es toll, wenn ich Menschen dazu begeistern kann, etwas für meinen Blog zu schreiben.

Gab es Momente, in denen ich ans Aufhören gedacht habe? Was hat mich weitermachen lassen?

Natürlich und gar keine Frage. Und es war nie, weil mir die Ideen ausgegangen wären sondern es war wenn, immer der Zeitmangel. Aber ich habe nie richtig aufgehört und das ist auch nicht der Plan. Wenn dann gab es mal ein paar Blogpausen und das ist auch normal. Ich glaube nicht, dass es jemand schafft, fünfzehn Jahre lang, jede Woche einen Beitrag zu veröffentlichen, aber ich lasse mich da auch gerne vom Gegenteil überzeugen.  Mein Blog ist mein längstes Hobby. Mich entspannt es einkaufen zu gehen, zu kochen und zu bloggen. Das sind die kleinen Auszeiten die ich mir zwischendurch nehme. Aber natürlich ist es nicht das Wichtigste in meinem Leben.

Was habe ich durch das Bloggen über mich selbst gelernt?

… das es für mich kein Zwang haben muss und als Entspannung dienen kann. Es mich nicht stressen muss und ich auch niemanden beweisen muss, dass ein Blog eine tolle Sache ist. Ich schaue tatsächlich kaum nach den Zahlen, ob und wie viele Klicks oder Aufrufe Beiträge bekommen, außer ich schreibe meine jährlichen Resümees. Aber so richtig interessiert es mich nicht, da der Blog auch etwas wie mein kulinarisches Tagebuch ist und ich selber ständig meine eigenen Rezepte nachschlage.

Was würden viele Leser:innen vermutlich nicht über meinen Blog oder mich dahinter vermuten?

Vielleicht, dass ich das ganze schon seit 15 Jahren mache und das nur ein Hobby von mir ist, mit dem ich keinerlei Geld verdiene? Vermutlich wäre es das.

Worauf bin ich nach 15 Jahren besonders stolz?

… das es den Blog immer noch gibt und ich das immer noch gerne mache. Es ist nicht die Menge an Beiträge sondern vielmehr die Arbeit die da hinter steht. Es freut mich sehr, wenn ich von meiner Familie und Freunden höre, dass sie Beiträge gelesen oder Rezepte nach gekocht haben.

Wie wünsche ich mir, dass Chez Kim Joelle in den nächsten 15 Jahren aussieht?

Na, erst einmal hoffe ich, dass ich auch in Zukunft noch Zeit dafür haben werde. Ich würde mich darüber freuen, wenn noch mehr Menschen teil dieses Blogs werden und mehr Lust haben, Gastbeiträge zu schreiben. Der Blog ist nicht nur „ich“ sondern dazu gehören so viel mehr, Wegbegleiter:innen, Freund:innen, Familie und auch gerne die ein oder anderen Gastronom:innen und Produktentwickler:innen. Es darf gerne auch mal politisch werden, denn politische Bildung ist mir ebenfalls sehr, sehr wichtig! Der Blog darf noch bunter und schöner werden und über welche Themen ich in den nächsten 15 Jahren schreiben werde, überlasse ich mal dem Zufall.

 

Jetzt bist du dran.

Erzähl mal, seit wann begleitet dich Chez Kim-Joëlle schon? Welcher der Beiträge gefiel dir bisher am besten und was möchtest du in Zukunft hier lesen? Schreibe mir deine Antworten gerne mal in die Kommentare.

 

 

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