Trinkst du noch oder schmeckst du schon?

Vorletzte Woche hat Denise, meine Freundin aus dem Münsterland, euch schon ihre Top Campingplätze rund um Münster vorgestellt. Meine Cousine Clara hat dann letzte Woche weiter gemacht und euch auf eine Graveltour von Karlsruhe nach Freiburg mitgenommen. Heute macht Tim von Vinodo weiter. Ich habe ihn gefragt, ob er Lust hätte, eine Gastbeitrag zum 15. Geburtstag meines Blogs zu schreiben und er nimmt euch mit, in die Geschmackswelt der Weine. Vinodo habe ich über social media kennen gelernt und schon häufig genutzt, einige Weinproben sind so schon auf unserem Küchentisch und den Küchentischs unserer Freunde gelandet. Das soll hier jetzt keine Werbung sein, denn ich habe diese immer selbst bezahlt! Ich finde die der Weinprobe für zuhause super und mag das Konzept sehr, man probiert Weine und stimmt dann online über Geschmack, Säure und Süße ab. Der- oder Diejenige, die es am besten raus schmeckt gewinnt! Aber nun übergebe ich das Wort an Tim und ihr könnte euch schon mal eine Flasche Wein kalt stellen. 

Die meisten von uns trinken hin und wieder mal Wein. Aber die wenigsten schmecken ihn wirklich bewusst. Denn in jedem Glas steckt eine kleine verborgene Geschichte, die sich zu entdecken lohnt: von den Trauben, die das Jahr über gehegt und gepflegt werden und zum exakt richtigen Zeitpunkt geerntet werden, über den Gärprozess, die Inhaltsstoffe und Aromatik maßgeblich entscheidet und die anschließende Lagerung, bei nochmal hunderte weitere Aromastoffe entstehen können. Das Gute daran: all das lässt sich lernen und ist auch gar nicht so schwer. Mit etwas Übung schmeckst du schon bald nicht mehr nur, ob dir ein Wein schmeckt, sondern auch, warum.

Mein Tipp: Schnapp dir am besten gleich ein Glas Weißwein und lass uns gemeinsam eintauchen.

Die Süße eines Weins 

Wusstest du, dass in ausnahmslos jedem Wein etwas natürlicher Zucker steckt? Ursprünglich stammt er aus den Trauben und wird bei der Gärung größtenteils in Alkohol umgewandelt. Ein kleiner Teil bleibt aber immer übrig. Winzerinnen und Winzer sprechen dabei vom Restzuckergehalt.

Dieser Restzuckergehalt wird natürlich nicht dem Zufall überlassen, ganz im Gegenteil: Winzerinnen und Winzer steuern ihn ganz gezielt. Der erste der beiden wichtigsten Hebel dafür ist der Lesezeitpunkt der Trauben. Denn wie bei jedem Obst gilt auch bei Trauben: Je länger sie reifen, desto süßer werden sie. Deshalb laufen Winzerinnen und Winzer in den Tagen vor der Lese täglich durch ihre Weinberge und messen den Zuckergehalt, um den optimalen Lesetag auf den Tag genau zu treffen. Der zweite Stellhebel ist die Gärdauer. Kurzgesagt wird bei der Gärung Zucker zu Alkohol umgewandelt. Und je länger ein Wein gärt, desto mehr Zucker und desto weniger Alkohol hat der Wein. Er wird also mit der Zeit alkoholischer und trockener. Wusstest du, dass “trocken” nichts anderes bedeutet als “wenig Zucker”?

Aber wie schmeckt man diese Süße jetzt heraus? Hier mein Mini-Guide für dich, probier’s gerne direkt aus: Nimm einen Schluck, der gerade groß genug ist, um die Geschmacksknospen auf deiner ganzen Zunge zu benetzen. Schlucke den Wein nicht sofort herunter, sondern lasse ihn einen Moment durch deinen Mund gleiten. Schließe ruhig die Augen und stell dir vor, wie ein Zuckerwürfel in deinem Mund zergeht. Falls dir das noch zu abstrakt ist, denke an verschiedene Lebensmittel. Ein trockener Wein schmeckt wie ein knackiger Apfel oder ungesüßter Tee, ein halbtrockener wie ein mildes Fruchtsorbet, und ein lieblicher, süßer Wein erinnert an einen reifen Pfirsich oder einen Löffel Honig.

Die Säure eines Weins

Genauso wie Zucker enthält jeder Wein auch etwas natürliche Säure. Sie ist es, die einem Wein Frische verleiht, ein bisschen wie die Zitrone im Mineralwasser. Auch der Ursprung der Säure liegt in den Trauben, und auch sie wird über bestimmte Stellhebel ganz gezielt eingestellt.

Der erste ist die Rebsorte selbst. Unterschiedliche Rebsorten haben von Natur aus unterschiedliche Säuregehalte, genau wie bei Obst: eine Zitrone ist für ihren hohen Säuregehalt bekannt, eine Banane enthält dagegen fast keine Säure. Der zweite Stellhebel ist wieder der Lesezeitpunkt. Nur, dass sich die Säure hier genau gegenteilig zur Süße verhält. Während der Zuckergehalt mit der Reife steigt, nimmt die Säure immer weiter ab. Und auch das kennst du vom Obst: Stell dir einen grünen, unreifen Apfel vor… ziemlich sauer, oder? Und jetzt einen roten, schon etwas gereiften Apfel, der ein paar Tage im Obstkorb lag. Wie sauer ist so ein Apfel noch? Genau das passiert mit den Trauben, wenn sie später gelesen werden. 

Hier wieder mein Mini-Guide für dich zum selbst Schmecken: Nimmst wieder einen kleinen Schluck, der deine ganze Zunge benetzt und lass ihn ein paar Sekunden wirken. Achte darauf, wie intensiv du die Säure wahrnimmst. Schlucke den Wein dann herunter und beobachte, wie stark dein Speichelfluss angeregt wird: Je mehr dir im Mund das Wasser zusammenläuft, desto mehr Säure steckt im Wein. Auch hier kann der Vergleich zu Lebensmitteln helfen: Viel Säure schmeckt wie eine Handvoll Johannisbeeren, mittlere Säure wie ein knackiger grüner Apfel, und wenig Säure erinnert an eine Banane.

Die Aromen eines Weins

Aromen sind Duft- und Geschmacksnoten, nach denen ein Wein schmecken kann, wie z.B. Apfel, Banane oder Vanille. Gerade hier explodiert die Welt des Weingeschmacks förmlich, denn ein Wein kann hunderte verschiedener Aromen enthalten. Übrigens: Wusstest du, dass ein Wein, der nach Banane schmeckt, tatsächlich etwas Banane enthält? Denn ein Wein, der nach Banane schmeckt, enthält die identischen Aromen-Moleküle wie eine wirkliche Banane! 

Einzelne Aromen zuverlässig zu erkennen und zu benennen, ist eine fortgeschrittene Fähigkeit, die jeden Wein zu einem kleinen Unikat macht. Mit etwas Übung kann man irgendwann nicht nur die Rebsorte, sondern auch den Jahrgang, das Anbaugebiet und manchmal sogar die Handschrift der Winzerin oder des Winzers erkennen!

Das vinodo Weindreieck

Süße, Säure und Aroma: zusammen ergeben sie das, was wir bei vinodo das Weindreieck nennen. Sobald du anfängst, bewusst auf alle drei zu achten, wirst du merken, wie viel mehr ein Glas Wein plötzlich zu erzählen hat. Am schönsten wird es übrigens im direkten Vergleich. Wenn du zwei Weine nebeneinander verkostet, verraten ihre Unterschiede viel deutlicher als jeder Wein allein.

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Gastbeitrag schon einen kleinen Einblick in die Weinwelt geben. Für alle, die Lust haben, noch tiefer einzutauchen und das nächste Glas Wein noch bewusster zu genießen, habe ich das vinodo Tasting entwickelt. Ein spielerischer Weinabend mit Freunden mit noch mehr Weinwissen, Tipps und Tricks, nach dem du Wein mit ganz anderen Augen sehen und genießen wirst. Die vinodo App führt dich Schritt für Schritt durch das Tasting, ganz ohne Vorwissen oder große Vorbereitung. Die Weine kommen ausschließlich von kleinen regionalen Familienweingütern, die wir streng nach Qualität ausgewählt haben und die wir mit vinodo unterstützen möchten. 

Wenn du bis hier hin gelesen hast: Vielen Dank für dein Interesse und viel Spaß beim Entdecken der Weinwelt! Cheers und ein lieber Gruß, Tim 


Passend zum Gastbeitag von Tim kannst du auf meinem Instagram Kanal einen 25 Euro Gutschein von Vinodo gewinnen (Keine Werbung / alles selbst bezahlt). Ansonsten bekommst du mit KimFTW 10 Euro Rabatt auf deine nächste Bestellung. Wenn Influenzier:innen auf Social Media  Rabattcodes anbieten, erhalten sie, in der Regel, eine Provision und verdienen somit an den darüber getätigten Käufen mit. Da ihr wisst, dass ich mit meinem Blog kein Geld verdienen möchte und mit Glaubwürdigkeit sowie Unabhängigkeit wichtig sind, habe ich mir dazu folgendes überlegt: Das Geld, dass ich über den Rabattcode verdienen würde, werden Tim und ich spenden. Daher verdienen ich nichts daran. Es ist eine Empfehlung aus Überzeugung und nicht deshalb, weil ich Geld dafür bekommen habe. 

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