Letzte Woche hat meine Freundin Denise euch ihre Top Campingplätze im Münsterland vorgestellt. Weiter macht heute meine Cousine Clara die wahnsinnig gerne auf dem Rad unterwegs ist. Eine Strecke die wir verfolgt haben, war die von Karlsruhe über Strasbourg nach Freiburg und ich habe sie gefragt, ob sie Lust hätte darüber einen Beitrag zu schreiben. Ich danke dir, dass di deine Erlebnisse und Perspektiven von dieser Tour mit uns allen teilst und ich bin schon sehr gespannt, welche Touren in den nächsten Monaten bei dir anstehen. Wir tragen beide eine Garmin Uhr und sie teilt alles im Feed bei Garmin, so kann ich immer sehen, wo sie unterwegs ist und was sie macht und like natürlich alle sportlichen Aktivitäten, denn ich feiere es sehr! Ich übergebe das Wort…
Wer träumt nicht davon, dem Alltag einfach auf zwei Rädern zu entfliehen? Wir haben unsere Gravel Bikes geschnappt, die Lenkertaschen mit nur dem nötigsten gepackt und uns auf den Weg gemacht: In zwei Tagen ging es für uns einmal komplett durch die malerische Oberrheinebene von Karlsruhe über die französische Grenze nach Strasbourg und am nächsten Tag weiter bis nach Freiburg. Es war eine Tour voller kleiner Kontraste: zwischen wildem Gestrüpp und feinstem Asphalt, französischer Genusskultur und der puren Freude am Kilometerfressen unter strahlendem Sonnenschein. 170km Abenteuer. Spoiler: Unsere Beine haben kurz vor Freiburg die Kündigung eingereicht.
Tag 1: Karlsruhe nach Strasbourg – Wenn Komoot ins Dickicht führt
Der Startschuss fiel an einem herrlich warmen Sommermorgen in Karlsruhe. Die Sonne meinte es von Beginn an gut mit uns und tauchte die Landschaft in warmes Licht. Der ursprüngliche Plan war denkbar einfach: Immer gen Süden, nah am Rhein entlang. Der breite Flusslauf bietet fantastische Weitblicke und eine ganz eigene, beruhigende Atmosphäre. Wenn der Fahrtwind die Sommerhitze etwas abmildert und man einfach im Gleichschritt pedaliert, stellt sich schnell dieser unvergleichliche Flow ein, den man nur auf dem Fahrrad erlebt.
Allerdings hatte unser digitales Navi Komoot für den Hinweg ein ganz eigenes Abenteuer im Sinn. Statt auf dem gut ausgebauten Treppelweg fanden wir uns plötzlich auf Pfaden wieder, die diese Bezeichnung kaum verdienten. Die Route führte uns quer durchs Gebüsch – Äste ausweichen, Schotter wegdrücken und schmalen Wegen folgen, die eher nach Wildwechsel als nach Radweg aussahen. Auch wenn es in dem Moment schweißtreibend war, brachte uns diese unverhoffte Dschungelprüfung ordentlich zum Lachen. Schließlich macht genau diese Prise Unvorhersehbarkeit eine echte Gravel-Tour aus.
Belohnt wurden die Mühen, als wir die Rheingrenze nach Frankreich überquerten. Nach den Anstrengungen im Dickicht rollten wir am späten Nachmittag glücklich, aber spürbar müde in Strasbourg ein.
Was macht man, wenn die Oberschenkel brennen wie Hölle? Richtig: Man schleppt seine müden Knochen noch stundenlang durch die Altstadt, weil Petite France einfach zu schön ist, um direkt im Hotelbett zu kollabieren. Mit seinen malerischen Fachwerkhäusern und den von Blumen geschmückten Kanälen ist das Viertel im Abendlicht einfach magisch. Der Lohn der Mühe: Ein fantastisches Abendessen und das beruhigende Gefühl, die getretenen Kalorien dreifach wieder aufgestockt zu haben.
Tag 2: Strasbourg nach Freiburg – Croissant-Treibstoff, Fähren-Romantik und Achterbahnen
Tag zwei begann früh mit dem Duft von frischem Kaffee und warmer Butter. Ein Stopp bei der lokalen Boulangerie war Pflicht: Frisch gebackene Croissants und zwei Éclairs wanderten direkt als Proviant in unsere Trikottaschen. Verpflegung ist schließlich das A und O auf dem Rad!
Aus den Erfahrungen des Vortags hatten wir gelernt und passten die Routeneinstellung in Komoot kurzerhand auf „Rennrad“ an. Das erwies sich als absolute Goldentscheidung. Die Strecke führte uns nun stundenlang an ruhigen Kanalwegen entlang. Das Fahren hier war ein absoluter Genuss: flacher, makelloser Belag, das sanft glitzernde Wasser direkt neben uns und eine wunderbare Stille, die nur vom leisen Schnurren der Fahrradketten unterbrochen wurde.
Unterwegs legten wir immer wieder kleine Pausen an idyllischen Plätzen am Ufer ein. In der Wiese sitzen, die warme Sonne auf der Haut spüren, zwischendurch ein paar Gummibärchen naschen und einfach die Landschaft genießen – das sind genau die Momente, für die man auf das Rad steigt.
Ein ganz besonderes Highlight war die Überquerung des Rheins mit einer kleinen Personenfähre. Während das Boot ruhig über das Wasser gleitete, konnten wir für ein paar Minuten die Beine hochlegen, den Blick über den breiten Strom schweifen lassen und die frische Brise genießen, bevor es auf der anderen Uferseite entspannt weiterging.
Später passierten wir die Kulisse des Europaparks. Während aus der Ferne das Freudengeschrei von den Achterbahnen herüberschallte, rollten wir entspannt auf unseren Bikes vorbei – glücklich darüber, unser ganz eigenes Tempo zu fahren und die Natur um uns herum bewusst wahrzunehmen.
Das Fazit
Nach gut 170 Kilometern rollten wir staubig, durchgeschwitzt, aber absolut selig in Freiburg ein.
Unsere Erkenntnisse der Tour:
- Navi-Tipp: Wenn Komoot „Gravel“ sagt, meint es manchmal „Buschmesser mitbringen“. Die Einstellung „Rennrad“ rettet Beine und Nerven!
- Proviant: Französisches Gebäck ist das einzig wahre Premium-Iso-Getränk.
- Rheintal: Mit Fähre, Kanalwegen und Achterbahn-Kulisse eine der abwechslungsreichsten Strecken überhaupt.



