Vorletzte Woche habe ich bereits hier einen Beitrag geteilt, in dem ich dir verrate, wie unsere Vorbereitungen für Marokko gelaufen sind. Letzte Woche konnte du dir den ersten Teil der Reise durchlesen und heute kommen wir zum zweiten Teil.
Camping Palmeraie d’Amerzrou (2 Nächte)
Wir sind nun weiter südlich gefahren ins Zagora Desert. Hier haben wir auf diesem tollen Campingplatz übernachtet und auch zwei Nächte. Dieser Platz wird in zahlreichen Reiseführern als einer der schönsten Plätze in Marokko beschrieben. Und ja, der liegt nicht nur toll sondern ist auch einfach schön. Ein Platz unter Palmen, super idyllisch, ein kleiner Pool in der Mitte, saubere Sanitäranlagen, ruhig gelegen, wenn der Wind geht hört man nur die Palmen rauschen. Fußläufig entfernt ist ein kleiner Dorf, hier bekommt man alles Nötige. Wir haben hier Brot, alkoholfreies Bier und Schrauben gekauft. Zagora selber liegt 30 Minuten zu Fuß entfernt. Auf dem Platz selber kann man abends auch essen, was wir auch gemacht haben. Mein Vater nahm einen Grillteller, etwas typisches für Marokko und ich wieder eine vegetarische Tajin. Trotz Februar hatten wir hier rund 25 bis 30 Grad. Die zwei Nächte hier zu verbringen haben wir sehr genossen.
Dadestal (Ausflug)
Nach den beiden Nächten ging es als nächstes in das Dadestal. Hier siehst du unfassbar viele Störche, am Anfang der Schlucht ist noch viel Zivilisation, das wird im weiteren Verlauf immer weniger. Die Straße wird im Verlauf immer Enger und serpertinenreicher. Dennoch, Wohnmobile schaffen es locker durch die engen Passagen zu fahren. Am Ende der Dadesschlucht gibt es eine Verbindungsstraße zur Todraschlucht, die wir uns am gleichen Tag angeschaut haben.
Todraschluch (Ausflug)
Diese Schlucht ist an den engsten Stellen 10m breit wobei die Steinwände dort bis zu 300 Meter hoch ragen. Da fühlt man sich so umbedeutsam klein. Neben der Straße fließt ein Bach und an manchen Stellen muss man diesen auch queren. Als wir da waren, führte dieser kaum Wasser. Die Straße durch die Todraschluch war noch spannender als die durch das Dadestal. Wirklich atemberaubend! Auch wenn man dort Richtung Süden aus der Schlucht wieder aus fährt, lohnt es sich auf einer der Buchten anzuhalten, denn hier hat man einen atemberaubenden Blick über die Landschaft, das Tal mit den Palmen, den Häusern, bis weit in die Ferne.
Restaurant & Camping Family El Mabrouk (1 Nacht)
Diesen Platz empfehle ich nur, wenn man seine eigene Toilette dabei hat. An sich sehr schön gelegen, toller Blick über das Tal. Es gibt hier zahlreiche Tiere, Kamele, Esel, Hunde und Katzen, eine Ziege und ein Rind. Abends würde man hier auch etwas zu essen bekommen, wir hatten allerdings schon gegessen, waren sehr müde und sich früh ins Bett. Leider waren die Sanitäranlagen sehr dreckig, sodass wir uns nicht lange auf diesem Platz aufgehalten haben.
AGRAW Coffeeshop
Statt auf dem Platz zu Frühstücken sind wir nach Tinghir rein gefahren, direkt auf der Hauptstraße mit Parkplätzen vor der Tür findest du dieses kleine, aber feine Lokal. Es gibt verschiedene Crêpes und belegte Brote. Mein Vater hatte eins mit Ei und Avocado und ich habe mich sehr auf einen Crêpe mit Zucker gefreut, ganz klassisch aber lecker. Kaffee und Tee gab es natürlich auch. Wir haben es sehr genossen hier draußen in der Sonne zu sitzen, haben dem Treiben auf der Straße zugeschaut und die weitere Route geplant.
Haven La Chance Camp (2 Nächte)
Nun ging es nach Merzouga in die Sahara. Übernachtet haben wir zwei Nächte im Hafen La Chance Camp – ein sehr großer Platz, direkt an der Sahara, unverbauter Blick über die Sanddünen, es gibt auch einen Pool, ein Restaurant und Hotel. Aber: Es ist überhaupt nicht überfüllt oder laut, es ist ein ganz ruhiger und entspannter Platz. Die Sanitäranlagen wurden stündlich gereinigt und waren immer sehr sauber und ordentlich. Wir hatten Glück und haben einen der begehrten Plätze ganz hinten auf dem Platz bekommen, aus dem Auto raus, in die Sanddüne rein – das war das Motto. Wir haben es wahnsinnig genossen, waren viel auf dem Platz und haben jeden Tag einen Spaziergang in den Dünen gemacht. Die Sonne schien bei schönen 30 Grad – traumhaft schön. Neben Marrakech war dieser Ort einer meiner Highlights auf der Reise – mit dem eigenen Auto bis zur Sahara gefahren… das hat schon was. Hier kann man bestimmt auch locker eine oder zwei Wochen verbringen.
Lac Dayet Srij (Ausflug)
Steht man auf einen der höheren Dünen im Erg Chebbi und schaut man dann in Richtung der Steinwüste sieht man am Horizont einen See. Hier kann man hinlaufen, mit dem Rad hinfahren oder wie wir, mit dem Auto. Nach den zwei Tagen haben wir den Platz an der Sahara verlassen und haben uns etwas die Gegend angeschaut. An diesem See gibt es wohl Flamingos, die haben wir aber nicht gesehen, aber als wir da waren hat dort eine Kamelherde getrunken und das war doch viel spannender. Flamingos haben wir am Anfang der Reise schon in Frankreich gesehen.
R702
Wir sind diese Straße, die durch Merzouga führt dann auch noch mal bis zum Ende durchgefahren und haben an der Stelle gewendet, wo die geteerte Straße in eine Schotterpiste übergeht. Auch gibt es genau an der Stelle noch einen Campingplatz. Aber das war nicht unser Ziel. Auf dieser Strecke liegen ein paar kleine Seen, hier gibt es einige Kamelherden, die dort trinken. Dieser Teil der Straße hatte etwas von einer Safari, überall konnte man Tiere entdecken, der Blick, traumhaft schön. Ein bisschen Sandwüste, sehr viel Steinwüste, etwas Vegetation dazwischen. Am Ende sind wir umgekehrt und zurück gefahren.
Blue Eye (Ausflug)
Auf dem Weg zurück ging es durch Erfoud und auf der N17 in Richtung Blue Eye oder der blauen Oase (Le bleu Sorce) – hier hat das französische Militär in Besetzungszeiten ein Naherholungsgebiet errichtet, da es hier eine Wasserquelle gab. Es wurden Pools, Restaurants und Cafés gebaut. Bis vor vier Jahren war das einer der Orte in Marokko, die man gesehen haben muss. Mein Vater war vor 42 Jahren mit dem Motorrad hier und erzählte davon, wie wundervoll dieser Ort damals war. Vor vier Jahren ist die Quelle versiegt und es kommt kein Wasser nach. Dieser Ort zerfällt langsam und ist längst nicht mehr so wunderschön wie damals. Die Einheimischen vermuten, dass die Bohrungen nach Wasser in der Umgebung dazu geführt haben, dass die Quelle versiegt ist. Wir haben uns diesen Ort dennoch angeschaut und ich glaube für meinen Vater war es besonders spannend, er weiß noch wie es hier früher aussieht und war schockiert, wie es heute dort ausschaut. Dennoch lohnt sich der Ausflug, denn man bekommt eine Führung von der dort ansässigen Familie, auch haben wir uns die nahegelegene Kasbah angeschaut, die auch so langsam verfällt.
Ziz Schlucht und Kasbah Hotel & Camping Jurassique (1 Nacht)
Die Ziz Schlucht ist auch einer der sehenswerten Schluchten in Marokko und wir haben uns sogar entschieden dort zu übernachten. Mitten in der Schlucht gibt es diesen kleinen, schönen Platz. Wir haben umgerechnet ca. 7 Euro bezahlt. Wir standen im unteren Teil des Platzes mit direkter Sicht auf die Felswände. Schon sehr idyllisch und nachts sehr sehr ruhig. Mit dem Sonnenaufgang sind wir am nächsten Tag aufgestanden, haben ganz entspannt gefrühstückt und sind dann weiter gefahren Richtung Norden.
Meknès (1 Nacht)
Über die N13 sind wir an dem Tag bis nach Meknès gefahren. Auf der Strecke haben wir uns wieder ein Riad über Booking.com gebucht. Meknès ist einer der Königsstädte. Wir haben im Zentrum auf einem der großen Parkplätze geparkt und sind zu Fuß in unser Riad. Abends lohnt es sich über die Hauptstraßen und weniger durch die Medina zu laufen, da diese sehr früh schließt. Hier aß mein Vater an einem der Straßenstände auch eine gefüllte Teigtaschen mit mehren gegrillten Fleischsorten und Gemüse. Am nächsten Tag haben wir ausgecheckt, haben unsere Sachen ins Auto gebracht und haben uns noch ein paar Orte angeschaut. Das berühmte Tor Bab El Mansour Laalej kann man sich gut von außen anschauen, gegenüber ist ein großer Platz und dort waren wir im Museum Dar Jamai – hier geht es überwiegend um die typische marokkanische Musik, wie sie sich entwickelt hat, was heute noch gespielt wird. Dann kann man sich noch das Mausoleum von Moulay Ismail anschauen, der Eintritt ist frei. Hier haben mich wieder die zahlreichen Mosaike fasziniert. Gegenüber des Mausoleum ist ein Zusammenschluss aus Handwerkern, wo man zu fairen Preisen Teppiche und anderes Kunsthandwerk kaufen kann. Die Einnahmen werden fair an die Handwerker ausgezahlt. Ich habe mir hier einen Teppich gekauft, habe eine Rechnung erhalten und eine Bescheinigung für den Zoll.
Souk hebdomadair (Ausflug)
Auf dem Weg nach Fès, wir sind Landstraße gefahren, sind wir an diesem Markt vorbei gekommen. Es ist ein Markt von vielen, die wir auf der Reise schon gesehen haben. Wir haben geparkt und haben uns den Markt angeschaut. Hier bekommt man alles, Lebensmittel, Fleisch, Haushaltswaren, Reparaturservice, usw. – hier gehen die Einheimischen hin und kaufen ein. Wir waren auch mit Abstand die einzigen Touristen hier. Aber das hat es auch so toll gemacht. Es ist ein spannender Ort und einen Souk sollte man auf der Reise auf jeden Fall mitnehmen.
Fès (1 Nacht)
In Fès sind wir eine Nach geblieben. Wir haben uns für eine Übernachtung in einem Hotel entschieden und gegen ein Riad. Wir haben Mittags eingecheckt und sind dann nach einem Mittagsschlaf zu Fuß in die Medina gelaufen. Mein Ziel war die Chouara Geberei – diese sind nicht nur der meistbesuchte Ort, es ist zudem Unesco Weltkulturerbe und gehört zu den ältesten und größten Gebereien Marokkos. Diese zu besichtigen ist kostenlos, lass dich also nicht stressen von den vielen Angeboten, die dich auf dem Weg dorthin ansprechen. Es gibt einen Hauptweg rein, den du auch über Google Maps findest. Hier bekommst du auch Minze, falls der Geruch zu stark sein sollte. Im Februar hat es zwar gerochen, aber schlimm war es nicht. Abends haben wir dann in der Medina gegessen und als wir dann wieder ins Hotel kamen, sind wir knapp 14 km zu Fuß gelaufen. Abends gab es dann noch zwei Cocktails für uns in der Hotel Bar, natürlich alkoholfrei. Am nächsten Tag ging es dann schon weiter für uns.
Al-Hoceima (1 Nacht)
Eigentlich wollten wir am Mittelmeer auf einen Campingplatz und hatten uns nach den ganzen Hotelübernachtungen auch sehr darauf gefreut. Aber es war Sturm angesagt und wir sind in einer der größeren Orte, nach Al-Hoceima gefahren und waren dort wieder in einem Hotel. Es ist ein Ort, der zur Hochsaison wohl gut besucht ist, mit wahnsinnig tollen Buchten und Stränden. Wir haben uns ein paar mit dem Auto angeschaut, aber da wir immer noch Sturm hatten, sind wir weiter gefahren.
Chefchaouen (Ausflug)
Die blaue Stadt im Norden Marokkos war ein paar Tage zuvor von starkem Regen und Überschwemmungen betroffen und wir waren etwas unsicher, ob wir hinfahren sollen oder nicht. Aber als wir da waren, sah man davon nichts mehr. Vorher haben wir auf Blogs gelesen, dass die gesamte Stadt blaue Fassaden hat, von weiten sieht man schon, das dem nicht so ist. Meist ist nur das Erdgeschoss blau angemalt, ab dem ersten Stock sind die Fassen weiß. Leider hat mir das Örtchen nicht all zugut gefallen, denn alles ist schon wirklich für Touristen ausgelegt. Das Highlight (nicht) war dann die Mickey Mouse, mit der man sich fotografieren lassen konnte und die durch das Dörfchen lief. Es gibt Gassen, die besonders blau sind aber in die man dann nur mit Eintritt (an die Anwohner) kommt. Wir sind einmal durch die kleine Medina gelaufen, es war, wie gesagt, wahnsinnig touristisch. Auch muss man sich darauf einstellen, immer wieder angesprochen zu werden, ob man Marihuana kaufen möchte, denn im Norden Marokkos und im dortigen teil des Atlas Gebirges wird es angebaut und dann auch damit gedealt. Ich glaube wir wurden fünf mal in einer Stunde darauf angesprochen. Ich würde diesen Ort bei einer nächsten Tour durch das Land nicht mehr ansteuern.
Von dort aus ging es dann noch mal an einen Campingplatz in die Atlantikküste und am nächsten Tag zurück an den Hafen. Wir geplant sind wir dann zur Mittagszeit mitgenommen wurden und waren dann Nachmittags wieder in Spanien.
Wie hat mir Marokko gefallen?
Ich fand Marokko super spannend und fand die Kontraste wirklich krass. Ich habe immer wieder zu meinem Vater gesagt, gerade waren wir in noch 2026 und nun im Mittelalter angekommen. Ich habe noch so viele Menschen auf Pferden und Eseln reiten sehen, so viele Kutschen, so viele Menschen, die Mittags draußen essen und das fand ich wirklich toll. Das leben passiert draußen und das ist etwas, dass ich total schön finde. Marokko hat einfach alles: Im Norden dachte ich, es ist eine Mischung aus Toskana und Sauerland, im Süden dann Steinwüste und Sahara, letzteres war mein Highlight auf der Reise. Vier Wochen von zuhause weg zu sein, hatte schon was. So viele neue Eindrücke und Erlebnisse, es war wirklich spannend und am Anfang auch etwas überfordernd, dennoch, ich würde es direkt noch mal machen und verstehe gut, warum hier viele gerne ihren Winter verbringen.










