Im ersten Teil, letzte Woche, habe ich dir aufgeschrieben, welche Vorbereitungen getroffen werden müssen und was wir alles gemacht und getan haben bevor es dann final los ging. Wir hatten tatsächlich vor der Abreise nur einen groben Plan wie die Route aussehen sollte, aber wollten das auch davon abhängig machen, wie das Wetter wird und welche Sehnswürdigkeiten wir uns anschauen wollten. Ganz grob hatte ich die Vorstellung, dass wir erst an der Atlantikküste entlang fahren und danach ins Landesinnere. Mein Vater, der ja vor knapp 40 Jahren schon mal mit dem Motorrad durch Marokko gefahren ist, meinte, dass die Atlantikküste nicht so spannend ist und das Landesinnere viel zu bieten hat. Also haben wir uns dafür auch mehr Zeit eingeräumt. Im Folgenden werde ich von der Route berichten, auf welchen Campingplätzen wir gestanden haben und wenn ich Tipps habe, werde ich diese dazu schreiben. Ich werde die Tage, die wir in Marokko waren in zwei Beiträgen aufteilen. Nächste Woche wird also der dritte Teil der Reise online gehen.
Camping Mehdia (1 Nacht)
Nach dem wir die Überfahrt gemacht haben und in Tanger Med ankamen sind wir im Dunkeln nach Kenitra gefahren. Dafür haben wir die Autobahn genutzt. Der Campingplatz liegt in einem Resort bestehen aus einem Hotel und einem Wasserpark, letzteres war aber im Februar geschlossen. Nachts hörte man den Atlantik rauschen. Ansonsten hat der Platz einen Pool in Parzellen die alle mit hohen Büschen abgegrenzt sind. Die Sanitäranlagen sind sehr in die Jahre gekommen und waren ebenfalls nicht so sauber. Wenn du deine eigene Toilette dabei ist, wärst du hier klar im Vorteil. Ansonsten liegt der Platz schön zentral und der Weg nach Rabat ist auch nicht mehr weit (deshalb haben wir den Platz gewählt). Nach Rabat sind es von hier aus ca. eine Stunde Fahrtzeit. Wir haben dafür die Landstraße gewählt.
Rabat (gleicher Tag)
… ist die Hauptstadt von Marokko. Sehr modern, sehr sauber – ein heftiger Kontrast zu den Dörfern drum herum. Hier haben wir uns die Hassan Moschee angeschaut und das Mausoleum von Mohammed V. Der Eintritt ist frei. Danach haben wir uns eine Boulangerie zum Frühstück gesucht, alles hier ist typisch französisch, so gab es für uns Schokocroissants und Kaffee. Danach sind wir in einen Carrefour und haben einen Grundstock an Lebensmitteln besorgt.
Casablanca (gleicher Tag)
Als nächstes stand ein Besuch in Casablanca an, nicht um uns die Stadt anzuschauen sondern hier steht die weltgrößte Moschee: Mosquée Hassan 2. Wirklich ein prächtiges Objekt, wahnsinnig schöne Mosaike. Reingelassen haben sie uns leider nicht, aber man kann nur erahnen wie schön die Moschee von innen aussehen muss. Wir sind ansonsten nicht weiter in Casablanca geblieben.
Camping Plaza d’oliviers (1 Nacht)
Wir sind etwas ins Landesinnere gefahren um auf diesem tollen Stellplatz übernachten zu können, denn hier kann man schön neben Olivenhainen campen mit Blick über die Felder. Am nächsten Tag wurden wir von vielen Vögeln und einer Schafherde begrüßt. Besonders schön für Anfang Februar: Es blühte so viel. Die Felder waren orange und gelb verfärbt.
Hier bekommst du nach Anmeldung ein marokkanisches Frühstück, was wir natürlich mitgenommen haben, da es auch unser erstes in Marokko war und es war wahnsinnig lecker. Wir konnten so lange da bleiben wie wir wollten und haben uns ganz entspannt fertig gemacht und sind dann weiter gefahren um etwas Strecke zu machen.
Spirit Nature Camp (1 Nacht)
Sehr schöner Campingplatz, angelegt wie ein kleiner Park, sehr idyllisch, viele Olivenbäume und Pflanzen. Vorne an der Rezeption gibt es einen kleinen Pool mit Duschen und Sonnenliegen. Abends kann man dort auch essen, aber nur mit Voranmeldung und da wir erst abends ankamen, konnten wir das leider nicht mehr wahrnehmen. Wir hatten einen tollen Stellplatz vorne am Tor, konnten uns diesen selber aussuchen und hatten noch den kompletten Sonnenuntergang die Abendsonne bei uns. Toiletten waren sehr sauber und ordentlich, am nächsten Tag habe ich erstmal warm geduscht.
Essaouira (Tagestrip)
Unweit vom letzten Campingplatz findest du dieses kleine Städtchen. Der Strand hier ist wirklich groß und schön. Bei unserem Besuch war es sehr windig und es waren viele Surfer draußen unterwegs. Die Atlantikküste ist ein Suferparadies und weiter südlich von Essaouira gibt es weitere tolle Spots, die wir aber nicht besucht haben. Wir haben den Hafen besucht, hier war Fischmarkt. Leider hat es nicht nur gestürmt sondern es hat auch heftig geregnet, sodass wir das nicht so richtig genießen konnten. Bei schönem Wetter soll es hier aber richtig toll sein.
Unser Mittagessen haben wir bei Fishburger Essaouria eingenommen. Es gab Fishburger für meinen Vater und ich hatte Fish & Chips – beides war sehr, sehr lecker.
Marrakech (2 Nächte)
Vorweg: Wir haben uns spontan bei Booking.com ein Riad in der Medina gebucht und haben uns hier für das Riad Dar Bonita entschieden. Marrakech war schon etwas besonders für mich – ich fliege schon seit Jahren nicht mehr und dann plötzlich selber hier auf dem Markplatz mitten in Marrakech zu stehen ist schon ein Highlight. Auch in einem der kleinen typischen Riads zu übernachten.
Wirklich schön! In der Nähe der Medina haben wir auf einem bewachten Parkplatz geparkt. Dieser ist zwischen dem Parc Lalla Hasna und dem Cimetière Sidi Ali Bel Kacem und kostet 15 Euro pro Nacht. Wir haben zwei Nächte geparkt und mussten am Ende nur 11 Euro zahlen (keine Ahnung warum). Frühstück hatten wir im Riad, sodass wir nur einmal auswärts Mittagessen waren. Da es ein spätes Mittagessen war, brauchten wir an dem Tag kein Abendessen.
Das Bistro Enjoy your meal Reggie Lovers kann ich dir sehr empfehlen. Hier gibt es typisch marokkanische Gerichte, aber auch Fisch und Fleisch wenn du magst. Für mich gibt es eine vegetarische Tajin – das war übrigens die Beste auf der Reise. Mein Vater aß einen Fisch und meinte, dass es sehr, sehr lecker gewesen sei. Marrakech ist schön aber auch laut und voll. Die Medina hat mich wirklich fasziniert. Anders als viele im Internet schreiben, hatten wir überhaupt keine Probleme mit der Navigation denn Google Maps hat ausgesprochen gut funktioniert. Der Besuch im Secret Garden und im Palast waren hingegen sehr ruhig und entspannt, man bekommt von dem Lärm in der Medina nichts mit. Trotz des Lärms und der latenten Reizüberflutung, Marrakech hat was. Der Markplatz ist neben der Medina einen Besuch wert. Hier passiert abends so viel. Im Februar sind hier mehr Einheimische als Touristen zu finden, anders als in den Frühlings- und Sommermonaten. Dadurch war es nicht so voll. Wir haben uns auch auf einer der Terrassen gesetzt, einen Minute getrunken und alles von oben angeschaut. Wirklich toll.
Le Jardin Secret (Ausflug)
In der Medina von Marrakech haben wir uns dieses Riad angeschaut. Bevor es wiederentdeckt wurde, war es überwiegend verlassen und heruntergekommen. Ein paar Menschen haben hier in Hütten gehaust. Es wurde dann komplett saniert, die alten Bewässerung wieder zum Leben erweckt, neu bepflanzt und die Häuser wurden wieder hergerichtet. Heute ist es ein Museum, sehr schön und einen Besuch wert. Wir waren direkt nach dem Frühstück dort, etwas später war die Schlange vor der Tür auch sehr lang. Es ist ein sehr ruhiger und idyllischer Ort. Im Garten darf man zwar Fotos machen, jedoch dürfen diese nur für private Zwecke genutzt und nicht in den sozialen Medien oder im Internet verbreitet werden, daher gibt es davon kein Foto hier.
Bahia Palst (Ausflug)
Am Rande der Medina haben wir uns den Bahia Palast angesehen. Auch hier zahlt man Eintritt. Es ist ein Palast aus Mitte, Ende des 19. Jahrhunderts. Wirklich schön sind die zahlreichen Mosaike, überall wo man hinschaut findet man welche. Als wir da waren, wurde der Garten gerade neu bepflanzt und wir konnten uns davon nichts anschauen. Aber dennoch: Der Palast ist sehr groß und faszinierend.
Jardin Majorelle (Ausflug)
Nach dem wir in unserem Riad ausgeheckt haben, sind wir mit dem Van etwas außerhalb der Medina gefahren um uns diesen Garten anzuschauen. Das Riad gehörte dem Maler Majorelle der auch das berühmte Majorelle blau entdeckt hat. Als dieser verstarb, verfiel das Riad und der Garten und Yves Saint Laurant und sein Partner haben es gekauft, renoviert und stellten es als Museum zur Verfügung. Bis jetzt kann man dort alles besichtigen. Du solltest dir vorher ein Ticket online kaufen, da es vor Ort kein Ticketverkauf gibt (alles ist online). Der Garten hat mich total gefesselt und war bisher der schönste, der drei besuchten. Die Bepflanzung, der Bambus, das Wasser und die Gebäude – hier passt einfach alles zusammen. Besonders schön: Das Majorelle blau, habe mich richtig in die Farbe verliebt. Ich konnte mich gar nicht statt sehen. Überall gab es kleine Brunnen, das Wasser plätscherte leise vor sich hin, dazu die vielen bunten Mosaike. Auch hier empfehle ich so früh wie möglich zu kommen, später wurde es richtig voll. Das war dann die schönste und letzte Station in Marrakech.
Aït Ben Haddou (Ausflug)
Wir haben Marrekech verlassen und sind nach Aït Ben Haddou gefahren. Über das Atlas Gebirge. Die Tour über das Atlas war spannend, viel Serpentinen, viel Schnee und auf 2260 m beim Col du Tichka haben wir dann den höchsten Punkt erreicht. Ziel der heutigen Fahrt war Aït Ben Haddou – Unesco Weltkulturerbe. Im Internet steht, das man dort mal gewesen sein muss. Ich finde nicht, am Ende des Tagesauflugs war ich eher enttäuscht. In diesem Ort wurden einige berühmte Werke gedreht, Game of Thrones, Gladiator, die Mumie, usw. – aber warum ist dieser Ort wohl so Besonders? Das Dorf besteht aus mehreren, eng einandergebauten Wohnburgen aus Lehm. Im Internet steht auch, dass es einiger der wenigen erhaltenen Lehmbausiedlungen ist, das wird auch so sein, aber auf der Strecke hinter dem Atlas in die Wüste gibt es fast nur noch Lehmbausiedlungen, weil das die Architektur des Landes ist. Im Winter halten die Häuser die Wärme, im Sommer sind sie schön kühl. Falls du keine Lust auf Aït Ben Haddou hast, kannst du also auf der Strecke viele andere Lehmbausiedlungen besuchen.
Es gibt einen offiziellen Weg in das Dorf rein, über eine Brücke. Leider fehlen jegliche Beschilderungen. Also lauf nicht über den Fluss, da es dann schwierig wird, auf städtischen Wegen zu bleiben. Der Eintritt ist kostenlos, außer du läufst durch private Gebäude, dann wird Eintritt verlangt und das auch recht aggressiv. Auch im Dorf sind die offiziellen Wege schwer zu erkennen, aber bleib einfach dort wo es auch Geschäfte gibt. Im oberen Teil gibt es ein paar Lokale, hier haben wir einen Tee getrunken und die Aussicht über das Tal ist wirklich schön.
Camping L’Escale de Ouarzazate (1 Nacht)
Unweit von Aït Ben Haddou haben wir auf diesem Campingplatz übernachtet. Dieser hat wieder tolle Sanitäranlagen gehabt, warmes Wasser, einen Pool und einen fantstischen Blick auf das Atlas Gebirge in der Ferne. Die Nacht war sehr ruhig. Hier hätten man auch gut essen können, denn dafür sei dieser Platz bekannt, leider hatten wir noch so viele Lebensmittel dabei, die verarbeitet werden mussten, dass wir hier unser eigenes Essen gekocht haben.
Nächste Woche kommt der dritte Teil der Reise raus und du wirst erfahren wohin wir als nächstes gereist sind.











